About Lamborajo III
Am ersten Morgen wachte ich vor Sonnenaufgang auf, geweckt vom Duft starken javanischen Kaffees und dem leisen Brummen der Maschine, die sich durch ruhiges Wasser arbeitete. Vor meiner Kabine war das Deck bereits mit warmen Handtüchern vorbereitet, und der Blick reichte bis zu den zerklüfteten Inseln, die sich wie ein Ring am Horizont abzeichneten – wir näherten uns Padar von Norden, und der Himmel färbte sich zartrosa und lila. Keine Durchsagen, kein Gedränge. Nur die Crew, die leise ihre Arbeit verrichtete und den Bug für den Sonnenaufgang bereitmachte. In diesem Moment wurde mir klar, dass diese Reise nichts mit einem Standard-Gruppentrip zu tun haben würde.
An Bord gab es drei Kabinen und insgesamt nur acht Gäste – eine Mischung aus Paaren und Alleinreisenden, die die Superior Cabins geteilt hatten. Der 38 Meter lange Lamborajo III wirkte geräumig, aber niemals leer. Die Royal Master Cabin im Bug hatte eine eigene Terrasse, die abends von einem Paar mit einer Flasche Rotwein genutzt wurde, während sich der Rest von uns unter freiem Himmel am Esstisch versammelte, bedient vom Privatkoch, der täglich frischen Sambal zubereitete. Am zweiten Tag, nach einer Wanderung mit Ranger auf Komodo Island und einem Nahblick auf die Drachen bei Loh Liang, kühlten wir uns bei einem ausgedehnten Schnorchelausflug am Manta Point ab. Ich zählte sechs Mantas, die an Batu Bolong vorbeiglitten – einer kam mir so nah, dass ich die Flecken auf seinem Bauch erkennen konnte.
Eine Überraschung war, wie viel Zeit wir tatsächlich im Wasser verbrachten. Am Pink Beach schwammen wir direkt bis an das Ufer, wo der Sand seine Farbe von zermahlenem Korallenriff erhält. Am Nachmittag ankerten wir in einer ruhigen Bucht nahe Sebayur, wo die Crew Kajak und Stand-up-Paddelboards bereitstellte. Bei Dämmerung paddelte ich hinaus und beobachtete, wie sich der Himmel in violetten Streifen auf dem Wasser spiegelte. Am letzten Morgen erreichten wir Taka Makassar – der Sandbank ist nur bei Niedrigwasser sichtbar, und wir waren das einzige Boot dort. Das flache Wasser war so klar, dass man jedes Muschelstück und jeden kleinen Fisch erkennen konnte. Eine Stunde lang schnorchelten wir, bevor wir uns auf den Weg nach Kanawa machten, wo wir ein letztes Mal entlang eines abfallenden Riffs mit Papageifischen und Clownfischen trieben.
Das Schiff selbst verfügte über Teakdecks, die auch barfuß angenehm kühl blieben, Deckenventilatoren in jeder Kabine und ein schattiges Oberdeck mit langen Bänken – ideal für Nachmittagsschläfchen. Die Duschen hatten warmes Wasser, Handtücher wurden täglich gewechselt, und nach jedem Schnorchelgang warteten kaltes Wasser, frisches Obst oder Eistee. Die acht-köpfige Crew wusste genau, wann sie präsent sein musste – und wann sie sich zurückziehen durfte. Keine Lautsprecher, keine starren Zeitpläne. Eines Abends verpassten wir die Fledermäuse auf Kalong Island, weil der Wind zu stark war, um den Beiboot sicher auszusetzen. Doch der Kapitän bot eine Alternative: ein ruhiger Sonnenuntergangsdrink an einem abgelegenen Strand in der Nähe von Kanawa.
Ich kehrte zurück mit salzverkrustetem Haar, ein paar neuen Tauchpartnern und dem echten Gefühl, Komodo wirklich gesehen – nicht nur abgehakt – zu haben. Die drei Tage wirkten ausgewogen: genug Abenteuer, genug Erholung. Ich würde sagen, Lamborajo III ist ideal für Reisende, die Komfort ohne steife Formen und Weite ohne Üppigkeit suchen. Eine Yacht, auf der man abends um 20 Uhr mit einem Handtuch um die Schultern gegrillten Mahi-Mahi auf dem Deck isst und dabei den Mond über Rinca aufgehen sieht.










