About Malca Voyages
Der erste Eindruck war nicht die Größe des Schiffes, sondern die ruhige Effizienz der Crew, als wir kurz vor 16 Uhr vom Hafen von Labuan Bajo ablegten. Die Sonne stand tief und warf lange Schatten über das teakverkleidete Deck der Malca Voyages. Kein Geschrei, kein hektisches Hin und Her – nur das leise Poltern der Fender und das sanfte Summen des Motors. Als wir Kelor Island erreichten, hatte das Nachglühen das Wasser in ein tiefes Kupferrot getaucht, und der Außenbereich war bereits mit kalten Tüchern und klarem Wasser für unsere erste Schnorcheltour vorbereitet.
Die Malca Voyages misst 30 Meter und vereint Zweckmäßigkeit mit Eleganz. Die sechs Kabinen bieten Platz für bis zu 21 Gäste, doch der Grundriss vermeidet das beengte Gefühl, das manch anderes Boot vermittelt. Ich übernachtete in einer Superior Ocean View – Doppelbett, ausreichend Stauraum im Schrank und ein Fenster, das bei Regenschauern nicht beschlug. Die Master Ocean View, die den vorderen Oberdeck-Bereich einnimmt, verfügt über einen privaten Außenbereich und eine deutlich dickere Matratze. Was auffiel, war nicht Luxus um seiner selbst willen, sondern durchdachte Details: Frischwasserduschen auf der Sonnenterrasse, Steckdosen an jedem unteren Bett, und ein Essbereich mit guter Belüftung, sodass die Mahlzeiten nie nach Diesel rochen.
Der zweite Tag begann auf Padar, wo wir vor Sonnenaufgang landeten. Der Aufstieg ist nicht lang, doch der Abstieg bei Tageslicht zeigte, wie gut die Crew die Zeiten abgestimmt hatte – früh genug, um die Tagesausflügler aus Labuan Bajo zu vermeiden. Nach dem Spaziergang zur Beobachtung der Komodo-Warane auf Komodo Island machten wir am Vormittag Halt am Pink Beach. Der Sand ist tatsächlich rosa, wenn auch in unterschiedlichen Nuancen. Gegen Mittag schwebten wir über den Reinigungsstationen am Manta Point, wo uns drei Mantas fast zehn Minuten lang umkreisten. Die Crew hatte die Schnorchelmarkierungen exakt dort platziert, wo die Strömung vom Riff abknickt.
Zurück an Bord wurde das Mittagessen unter dem überdachten Deck serviert – gegrillter Thunfisch, Sambal Matah und Papayasalat. Nicht jedes Gericht war Gourmetküche, doch alles war heiß und gut gewürzt. Der Whirlpool, obwohl klein, war stets sauber und wirkte überraschend gut gegen Muskelkater nach langen Schwimmstrecken. Am letzten Morgen bot Taka Makassar das übliche türkisfarbene Spektakel, doch die Sichtweite ließ gegen 11 Uhr leicht nach. Bevor die Rückfahrt begann, erkundeten wir das Außenriff von Kanawa, wo die Crew Getränke in Flaschen abfüllte und die Klimaanlage im Innenbereich konstant auf 21 °C hielt.
Dies ist kein stilles, minimalistisches Yachterlebnis. Die Malca Voyages bietet eine offene Gruppenreise (3D2N), an der sowohl Solo-Reisende als auch Paare um die 50 teilnahmen. Doch der Rhythmus stimmt: frühe Starts, gut getaktete Aktivitäten und Pausen, die sich verdient anfühlten. Als wir schließlich wieder in Labuan Bajo anlegten, wischten die Deckarbeiter bereits die Ausrüstung ab und füllten die Handtücher für die nächste Gruppe nach – ein weiterer Transit, ein weiterer Sonnenuntergang, drei weitere Tage im Rhythmus von Komodo.










