About Blessing
Am ersten Morgen wachte ich vor Sonnenaufgang auf, geweckt vom leisen Klirren der Takelage und dem Duft von Salz und Kaffee, der vom Deck heraufzog. Wir lagen vor Padar vor Anker, dessen zerklüftete Gipfel im Morgenlicht bernsteinfarben glühten. Ich trat auf den privaten Balkon unserer Master Cabin – kein anderes Boot in Sicht, nur das sanfte Rauschen des Meeres und gelegentlich der Sturzflug einer Möwe. Es fühlte sich weniger wie eine Gruppenreise an, eher, als hätten wir die Yacht eines Kapitäns für uns entliehen.
Am Vortag waren wir in Labuan Bajo an Bord der Blessing gegangen, mit kalten Tüchern und frischem Ananassaft begrüßt. Um 16:30 Uhr tauchten wir bereits bei Menjerite Island zum ersten Schnorcheln ein. Die Strömung war mild, das Riff lebendig von Papageifischen und blauen Doktorfischen. Zurück an Deck war der Karaoke-Bereich bereits in Betrieb – jemand hatte ‚Hotel California‘ gestartet, die Stimmung war locker, ungezwungen.
Der zweite Tag begann um 5:45 Uhr mit dem Aufstieg nach Padar, um den Sonnenaufgang zu erleben. Der Blick hielt, was er versprach: drei weite Buchten, die sich in unterschiedlichen Türkistönen ausbreiteten. Nach dem Frühstück wanderten wir mit Rangern durch den trockenen Wald von Komodo Island und entdeckten zwei Drachen nahe der Station, einer lag träge unter einem Baum. Gegen Mittag erfrischten wir uns am Pink Beach, der Sand weich und rosafarben unter den Füßen, danach schwebten wir über Manta Point, wo zwei Mantas unter uns kreisten, ihre Flügel streiften die Wasseroberfläche.
Am letzten Tag steuerten wir Taka Makassar an, wo der Sandstreifen bei Ebbe wie ein silberner Faden aus dem Meer ragte. Barfuß gingen wir darüber, dann schnorchelten wir am äußeren Rand, wo die Strömung Schwärme von Bannerfischen und einen kleinen Riffhai herantrug. Ein kurzer Segeltörn brachte uns nach Kanawa, wo wir direkt bis ans Ufer schwammen und den Sonnenuntergang von der Serenity Deck aus mit Gin Tonic genossen. Die gesamte Reise war gut getaktet – genug Aktivität, um sich erfüllt zu fühlen, genug Zeit zum Entspannen, um wirklich zur Ruhe zu kommen.
Die Blessing selbst ist 30 Meter poliertes Holz und durchdachtes Design. Die Kabinen sind kompakt, aber sorgfältig gestaltet – unsere hatte eine echte Badewanne, etwas, das ich auf einem Liveaboard nicht erwartet hätte. Die Oberdeck-Kabinen verfügen alle über Balkone, was an Ankerplätzen für private Momente sorgte. Die Familienkabinen auf Hauptdeck sind geräumiger, ideal für Paare oder kleine Familien. Wir waren mit 14 Gästen unterwegs, deutlich unter der Kapazität von 20, sodass es nie eng wurde.










