About Kimochi II
Ich erinnere mich, wie ich am ersten Morgen früh aufwachte, in einen dünnen Sarong gehüllt, auf dem Sonnendeck, und beobachtete, wie sich der Himmel von Indigo zu zartem Korallenrot verfärbte, während wir uns der Padar näherten. Die Luft war kühl, gerade genug, um die Wärme des frisch gebrühten Kaffees zu schätzen. Unter uns bereitete die Crew leise die Beiboote vor, während der Duft von gebratenem Knoblauch und Reis aus der Kombüse nach oben stieg. Wir waren am Abend zuvor spät in Labuan Bajo angekommen, müde vom Flug, aber der Transfer zur Kimochi II verlief reibungslos – eine kurze Bootsfahrt, bei der unsere Taschen bereits von der Crew verstaut worden waren.
Das Boot selbst ist 20 Meter lang und hat sieben Kabinen unter Deck. Unsere lag vorne an der Steuerbordseite, gerade breit genug für das Doppelbett und ein kleines Regal für Brille und Handy. Über uns war ein echter Ventilator, nicht nur ein Luftzug vom Bullauge, und die Matratze fühlte sich nicht an, als hätte sie jemand von einem Fischkutter ausgeliehen. Gemeinschaftsbäder wurden zweimal täglich gereinigt, und es gab stets warmes Wasser – eine Überraschung, die ich bei einem Liveaboard dieser Größe nicht erwartet hätte. Gegen Mittag des ersten Tages schnorchelten wir bei Menjerite, wo uns die Strömung entlang einer Wand voll weicher Korallen trug. Eine Schildkröte glitt vorbei, völlig gleichgültig gegenüber unseren Blasen, während ein Riffhai unten im Sand döste.
Der zweite Tag begann vor Sonnenaufgang. Wir ankerten nahe der Padar und stiegen im Dunkeln den Pfad hinauf, Kopflampen tanzten vor uns. Oben entfaltete sich der Blick: drei halbmondförmige Strände in unterschiedlichen Weißtönen, eingerahmt von zerklüfteten Hügeln. Nach dem Frühstück an Bord wanderten wir mit einem Ranger auf Komodo Island und entdeckten Drachen, die wie übergroße Echsen unter Bäumen dösten. Später, am Pink Beach, spazierte ich am Ufer entlang, wo der Sand tatsächlich einen zarten rosafarbenen Schimmer hat – gemischt aus zermahlenem Korallensand. Der Höhepunkt war Manta Point: nicht nur einer, sondern vier Mantas, die unter uns ihre Kreise zogen, ihre Flügelspannweite größer als meine Körpergröße. Die Crew wies auf die Reinigungsstation am Riff hin und erklärte, wie dieselben Tiere jedes Jahr zurückkehren.
Am letzten Tag trieben wir zwischen Kanawa und Taka Makassar. Das Wasser bei Taka war so flach, dass es wie eine Fata Morgana wirkte – türkis mitten im tiefblauen Meer. Ich schnorchelte, bis meine Lippen taub wurden, und beobachtete Clownfische, die zwischen Anemonen hin und her schossen. Zurück auf der Kimochi II versammelten wir uns auf dem Achterdeck, während die Crew frisches Obst und Eistee servierte. Jemand öffnete ein Bintang, und wir sahen zu, wie die Küste von Flores im Dunst verschwand. Es war nicht luxuriös – kein Infinity-Pool, kein Butler-Service – aber es fühlte sich ehrlich an. Wir schliefen zum Geräusch des Wassers, das gegen den Rumpf schlug, und wachten ohne Termindruck auf.
Was mir in Erinnerung blieb, waren nicht nur die Tiere oder die Aussichten, sondern der Rhythmus der Reise. Mahlzeiten wurden auf Plastiktabletts serviert, aber das Essen war heiß und scharf – bei jedem Gang stand Sambal auf dem Tisch. Die Sicherheitsausrüstung war sichtbar und gut gepflegt, und die Crew arbeitete mit stiller Effizienz. Wir brauchten kein WLAN oder Klimaanlage. Wir brauchten Platz zum Ausstrecken, jemanden, der auf einen Vogel deutet und sagt: ‚Das ist ein Warnschild für Salzwasserkrokodile‘, und ein Boot, das nachts nicht wie eine Waschmaschine wackelte. Die Kimochi II hat das geboten.










