About Maipa Deapati
Am ersten Tag liefen wir vor Sonnenaufgang aus – nicht mit Motorenlärm, sondern im sanften Gleitflug aus dem Hafen von Labuan Bajo, während der Himmel noch mit Sternen übersät war. Ich stand barfuß auf dem Oberdeck der Maipa Deapati, auf dem Teakholz, und beobachtete die Crew, wie sie still und synchron die Segel justierten – mehr Tradition als Fortbewegung, doch diese Geste verankerte die Reise in etwas Älteres als den Tourismus. Als die Sonne den Grat von Komodo Island erreichte, trieben wir bereits neben Kelor, wo sich Sandbänke mit den Gezeiten verschieben und das flache Wasser türkis leuchtet. Ein sanfter Einstieg, kein Zeitdruck – nur Flossen an der Reling und ein Frühstück mit weichgekochten Eiern und Papaya, das unten am Esstisch bereits bereitstand.
Das Boot verfügt über sechs Kabinen, alle im Heck, alle mit Klimaanlage, die gerade genug summt, um ihre Funktion zu signalisieren. Ich wählte die Kabine an der Steuerbordseite auf dem Unterdeck – kompakt, ja, aber mit echter Tür (kein Vorhang), einer Leselampe an einem schwenkbaren Messingarm und zusätzlicher Belüftung: eine kleine Klappluke, die bei Ankerlage Meeresbrise hereinließ. Das Bad, weiß gefliest, hatte einen entscheidenden Vorteil, den viele verschweigen: einen Bodenablauf, der tatsächlich mit dem Duschwasser Schritt hielt. Kein Pfützen, kein Kampf mit der Toilette. Solche Details, klein, aber durchdacht, zeigten sich immer wieder – von den Spülbehältern am Tauchdeck nach jedem Schnorchelgang bis zu den kühl gefalteten Handtüchern nach dem Mittagessen.
Der zweite Tag begann mit Padar im Morgengrauen. Wir stiegen nicht zum berühmten Aussichtspunkt auf, sondern nahmen den unteren Pfad an der Nordflanke, wo Ziegentrampelpfade durch Savannengras führen und sich der Blick gleich auf drei Buchten öffnet. Das Boot hatte den Zeitplan perfekt abgestimmt – zurück an Bord um 8:30 Uhr, genau als der Passatwind auffrischte und die Küche Kokos-Pfannkuchen servierte. Später, am Manta Point, beobachtete ich zwanzig Minuten lang eine Reinigungsstation: ein Riffhai, der das Korallendickicht absuchte, während zwei Mantas wie Schatten schwebten. Die Crew der Maipa Deapati ließ früh die Heckplattform ins Wasser, hielt die Wasserflaschen gekühlt und schwieg. Diese Stille, die Weigerung, alles zu kommentieren, ließ die Tierwelt weniger wie eine Show wirken.
Das Abendessen fand unter dem Vordach des Oberdecks statt, der Tisch von Sturmlaternen beleuchtet. Der Koch hatte Schnapper mit Kurkuma und Zitronengras gegrillt, serviert mit Langbohnen und sambal matah. Es gab Wein, ja, aber auch lokales Bintang und eine Playlist, die nicht in Lounge-Remixes abglitt. Am letzten Morgen ankerten wir bei Kanawa, wo die Sandbank bei Ebbe wie ein Sandaltar aus dem Wasser ragt. Um 7 Uhr schwamm ich allein hinaus, das Wasser so still, dass es die Wolken spiegelte. Zurück an Bord war die Crew bereits dabei, Tauchflaschen zu verstauen, Handtücher zu falten, die Kabinen für die Rückfahrt neu zu räumen. Niemand bat um Trinkgeld. Diese Art von Selbstsicherheit – ruhig, professionell – war der eigentliche Luxus.










