About Delilah
Am ersten Morgen wachte ich vor Sonnenaufgang auf, das Plätschern des Wassers an Delilahs Rumpf in der Bucht von Sebayur im Ohr. Die Luft war kühl, salzig, und der Deckhand bereitete bereits Kaffee auf einem kleinen Gasherd am Bug zu. Wir hatten in der Nacht zuvor spät nach einer reibungslosen Fahrt von Labuan Bajo Anker geworfen. Als ich aus der Einzelkabine trat, fand ich die anderen Teilnehmer in Decken gehüllt vor, wie sie auf die Silhouette der Insel Padar über dem glatten Wasser blickten. Das gab den Ton an – ruhig, intim, ohne Hektik.
Delilah ist kleiner als die luxuriösen Mega-Yachten, gerade einmal 25 Meter lang mit einer einzigen Kabine, sodass unsere Gruppe aus acht Freunden das gesamte Boot für sich hatte. Den Oberdeckbereich nutzten wir fast ausschließlich allein, lümmelten auf der langen, gepolsterten Bank, die sich rund um den Achterbereich zieht. Die Crew – fünf Mitglieder – bewegte sich unaufdringlich und effizient. Eines Morgens servierte sie das Frühstück direkt am Strand der Insel Kanawa: hartgekochte Eier, frische Papaya und Bananen in der Pfanne, serviert auf Bananenblättern. Kein Plastik, nur einfache Speisen, mit Sorgfalt zubereitet.
Der zweite Tag begann mit der Wanderung auf Padar. Wir landeten vor Sonnenaufgang, während der Himmel sich von Indigo zu Pfirsich färbte, während wir die Serpentinen hinaufstiegen. Von oben bot sich ein atemberaubender Blick auf die dreifache Bucht – weiße Sandbuchten, umrahmt von roten Lehmböden. Zurück an Bord segelten wir südwärts nach Komodo Village, wo uns Ranger durch das Revier der Komodo-Dragons führten. Ein junger Drache überquerte den Pfad nur wenige Meter vor uns, sein Schwanz schleifte hinterher, die Zunge flackerte. Später schnorchelten wir am Manta Point in der Nähe von Batu Bolong. Innerhalb von 20 Minuten zählte ich sechs Mantas, einige glitten direkt unter mir vorbei, ihre Flügelspitzen streiften meine Flossen.
Am letzten Morgen ankerten wir bei Taka Makassar. Der Sandstreifen war bei Ebbe freigelegt, sodass wir hinauswateten und im knietiefen Wasser trieben, Fotos machten, lachten. Die Crew brachte einen schwimmenden Kühler mit kaltem Wasser und geschnittenem Ananas heraus. Keine Menschenmassen, nur Stille und gelegentlich das Geräusch eines springenden Fisches. Wir fuhren mit vollem Herzen ab – nicht nur von den Mahlzeiten her (die überraschend gut waren: gegrillter Fisch mit Sambal, gebratenes Gemüse, Kokosreis), sondern von dem ganzen Rhythmus – Tage, die von den Gezeiten, nicht vom Zeitplan bestimmt wurden.










