About Cajoma IV
Am ersten Morgen wachte ich vor der Sonne auf, als der Motor nahe der Insel Kelor verstummte. Da war dieses leise Rauschen des Meeres an der Bordwand, der zarte Kaffeeduft aus der Kombüse und der Himmel, der sich in sanftem Rosa über dem niedrigen Dschungel färbte. Barfuß trat ich auf das Teakholzdeck, das noch kühl von der Nacht war, und beobachtete, wie das erste Licht das Wasser berührte. Noch war es nicht spektakulär – einfach nur ruhig, echt und irgendwie intimer, als ich es auf einem Boot für zehn Gäste erwartet hätte.
Am ersten Nachmittag schnorchelten wir bei Menjerite. Die Strömung war mild, und die Korallenbänke fielen schnell in die Tiefe ab. Ich sah Papageifische am Riff knabbern, einen kleinen Oktopus in einer Felsspalte und dieses seltsame, friedliche Gefühl, wenn man schwebt und die Welt darüber verblasst. Zurück an Bord der Cajoma IV hatten die Crew kühle Tücher und Obst bereitgelegt. Im Whirlpool ließ ich mich vom Sonnenuntergang hinter den Hügeln umspülen, während die Blasen sich mit dem Salz auf meiner Haut vermischten.
Der zweite Tag begann vor der Dämmerung. Wir ankerten vor Padar und stiegen bei fast völliger Dunkelheit mit Stirnlampen den Pfad hinauf. Oben angekommen, hatte sich der Himmel golden gefärbt, und die berühmte Dreifachbucht breitete sich unter uns aus – karg, trocken und unendlich weit. Nach dem Frühstück an Deck ging es weiter zur Insel Komodo. Der Ranger reichte Wanderstöcke, und wir folgten dem Pfad durch das Savannen-Gebüsch. Die Drachen aus der Nähe zu sehen – ihre langsamen, bedächtigen Bewegungen, die gespaltene Zunge, die züngelte – war, als beobachte man etwas Urzeitliches, das sich neu justiert.
Später am Tag schwammen wir am Pink Beach. Der Sand ist tatsächlich rosa, wenn auch dezent, es sei denn, man steht direkt darauf. Beeindruckender war das Schnorcheln vor der Küste: gesunde Gehirnkorallen, Clownfische in Anemonen und gelegentlich ein schwarzflossiger Riffhai, der vorbeischoss. Dann kam Manta Point. Wir zogen die Ausrüstung an und sprangen ohne Flossen ins Wasser, ließen uns von der Strömung tragen. Die erste Manta glitt direkt unter mir hindurch, so nah, dass ich das Muster auf ihrem Rücken erkennen konnte – wie Sternbilder auf Haut gemalt. Berühren durften wir nicht, doch das Erlebnis fühlte sich zutiefst persönlich an.
Am letzten Morgen steuerten wir Taka Makassar an. Der Sandstreifen war bereits von anderen Booten gesäumt, doch die Cajoma IV fand eine ruhige Ecke. Wir wateten hinaus, machten die üblichen Fotos, dann schnorchelten wir am äußeren Rand, wo die Strömung pelagische Fische herantrug. Ein kurzer Halt bei Kanawa folgte – flache Korallengärten, ideal für gemächliche Runden. Auf der Rückfahrt nach Labuan Bajo servierte die Crew warmen Tee und gab unsere Ausrüstung sauber und trocken zurück.
Das Boot selbst war 30 Meter poliertes Holz und stille Effizienz. Eine Gästekabine, klimatisiert, mit dickem Bettzeug und eigenem Bad, das nie verstopfte. Die Mahlzeiten wurden familienartig serviert: gegrillter Fisch, gebratenes Gemüse, tropische Früchte. Kein Schnickschnack, aber alles funktionierte. Selbst mit zehn Personen an Bord fühlte ich mich nie beengt. Es war Luxus in Zurückhaltung – Raum, Stille und Zeit.










