About Arfisyana 2
Das Erste, was mir an der Arfisyana 2 auffiel, war nicht das polierte Holz oder das weite Deck – es war die stille Effizienz der Crew um 6:30 Uhr morgens, als das 25,7 Meter lange Phinisi zwischen den Inseln hindurchglitt, während der Himmel über Padar korallenrot leuchtete. Kein Geschrei, kein Motorenlärm. Nur das leise Klirren von Kaffeetassen auf dem Oberdeck, während die Sonne über den vulkanischen Grat stieg. Diese Ruhe prägte den Ton: Dies war kein Partyboot, sondern ein Arbeitsfahrzeug, abgestimmt auf Rhythmus, nicht auf Spektakel.
Wir waren am Vormittag in Labuan Bajo an Bord gegangen und hatten unsere zugewiesene Kabine bezogen – kompakt, aber sauber, mit Milchglas in den privaten Badezimmern und einer einzigen Steckdose neben dem Bett. Laut Beschreibung verfügt das Boot über sieben Kabinen, doch während unseres Aufenthalts waren nur zwei offensichtlich zugänglich, vermutlich für Privatcharter oder Personal reserviert. Bei einer Kapazität von 22 Personen wirkten die Gemeinschaftsbereiche nie überfüllt. Der untere Salon hatte eine Karaoke-Anlage, die nach dem Abendessen lebendig wurde, tagsüber aber war es das schattige Achterdeck, das alle anzog – von der Brise gekühlt, mit Wasser und Obst versorgt und nahe genug am Wasser, um Riffhaie unter dem Rumpf zu sehen, während das Boot in Sebayur ankerte.
Der zweite Tag begann auf Padar mit einer Wanderung entlang des östlichen Grats kurz nach Sonnenaufgang. Um 7:15 Uhr war der Pfad schon warm unter den Füßen, aber der Blick – überlappende Buchten in Smaragdgrün, Ocker und Tiefblau – lohnte den Aufstieg. Gegen 9:30 Uhr waren wir zurück an Bord und segelten an Nusa Kode vorbei nach Komodo Village, wo die Fütterung der Drachen am Ranger-Posten eine kleine Zuschauermenge anzog. Das Mittagessen wurde auf dem Deck serviert: gegrillter Fisch, gebratenes Gemüse und Papayasalat, alles bei sanftem Schaukeln des Bootes vor Anker in der Nähe des Pink Beach. Der Sand entsprach seinem Namen an einigen Stellen, doch Erosion hat einige der korallenroten Körner verwischt. Das Schnorcheln am Manta Point war der Höhepunkt – Mantas, die unter der Oberfläche kreisten, einer glitt so nah vorbei, dass ich das Muster seiner Kiemenöffnungen erkennen konnte.
Am letzten Morgen erreichten wir um 8 Uhr Taka Makassar. Der Sandstreifen war bereits mit Tagesausflüglern besetzt, doch unsere Gruppe hatte eine Stunde für sich, bevor die Schnellboote eintrafen. Wir schwammen im knietiefen Wasser, die Strömung zog sanft Richtung Außenriff von Kanawa. Die Rückfahrt bot uns einen letzten Blick: die Silhouette von Komodo Island, die hinter uns verblasste, die Segel noch immer aufgebläht, obwohl der Motor abgestellt war. Für ein Boot, das keinen Luxusanspruch erhebt, bot die Arfisyana 2 etwas Besseres – Authentizität, Timing und das Gefühl, mit den Inseln zu reisen, nicht nur an ihnen vorbeizuziehen.










