About Thalassa 2
Wir halten die Thalassa 2 bei Tagesanbruch mit dem Bug in die Strömung vor Batu Bolong. Die Gezeiten strömen kräftig aus dem Indischen Ozean – genau dann zeigen sich die Mantas. Nach zwei Jahrzehnten als Guide im Komodo-Nationalpark habe ich gelernt, die Wirbel und glatten Stellen zu lesen – sie verraten, wo die Aufströmung beginnt, wo sich das Plankton sammelt und wo der erste dunkle Schatten unter Wasser auftaucht. Bei 35 Metern ist dieser Phinisi steif genug, um auch bei rauer See seine Position zu halten, und unsere sechsköpfige Crew weiß genau, wo die Sicherungsleine ausgebracht wird, damit Schnorchler festhalten können, ohne abzutreiben.
Unsere Tage beginnen früh. Um 05:30 positionieren wir uns vor Padar Island, damit unsere Gäste den Wanderweg erreichen, bevor die Tagesboote eintreffen. Die Serpentinen hinauf zum Aussichtspunkt sind bei Hitze beschwerlicher, deshalb planen wir den Aufstieg auf den Sonnenaufgang – das rosafarbene Licht breitet sich über die drei Buchten aus, das Wasser wechselt von tiefem Indigo zu strahlendem Türkis. Nach dem Frühstück an Bord fahren wir weiter nach Komodo Village, wo Ranger die Gruppen für die Beobachtung der Komodo-Warane einweisen. Wir begrenzen unsere Gruppe auf maximal acht Personen pro Ranger, niemals mehr, denn das Stören der Jungtiere an den Bachbetten ist kein Foto wert.
Das Mittagessen wird unter dem Schattensegel an Deck serviert – meist Thunfisch pepes mit frischem Gurkensalat – während wir Richtung Pink Beach auslaufen. Wir ankern in der nördlichen Bucht: weniger überlaufen, feiner Korallensand. Am Nachmittag tauchen wir entlang der Riftrandzone bei Sebayur, wo die Wand steil abfällt und man über 30 Metern schweben kann, ohne tief tauchen zu müssen. Die Strömung ist hier meist sanft – ideal für Schnorchel-Anfänger. Bei Dämmerung wechseln wir nach Kalong Island, wo die Flughunde um 18:15 Uhr ihren lauten Aufbruch beginnen. Zum Sonnenuntergang servieren wir Gin mit Limette an Deck, während die ersten ledrigen Flügel über uns hinwegschlagen.
Tag drei beginnt mit einer frühen Fahrt nach Westen nach Taka Makassar. Wir erreichen das Ziel nicht immer – das hängt vom Wind ab – aber bei ruhiger See und günstiger Strömung liegen wir um 07:30 vor Anker. Der Sandstreifen taucht am Vormittag auf, und wir bringen die Stand-Up-Paddleboards aus. Danach folgt Kanawa – flache Korallengärten, tiefblaues Wasser und, bei ruhiger See, ein Bad in der natürlichen Strömungszone, wo das Wasser durch die Felsen gedrückt wird und wie eine Quelle sprudelt. Wir kehren gegen 15:00 Uhr nach Labuan Bajo zurück, kurz vor Schließung der Hafeneinreinigung.
Die Thalassa 2 wurde für diese Gewässer gebaut – Hartspant-Rumpf, zwei 420-PS-Dieselmotoren, Stabilisatoren im Liegezustand. Sie bietet Platz für bis zu zehn Gäste in fünf Kabinen, doch bei offenen Buchungen begrenzen wir die Zahl auf acht, um das Schnorcheldeck übersichtlich zu halten. Unsere Küche arbeitet induktiv – keine Abgase, keine offenen Flammen – und der Kühlraum ist mit frischen Produkten vom Morgenmarkt bestückt. Wir folgen nicht den Schnellbooten; wir ankern auf Sand- oder Seegrasböden, niemals auf Korallen, und wechseln täglich die Ankerplätze, um Überlastung zu vermeiden.










