About Vinca Voyages
Das Erste, was mir auffiel, waren weder das polierte Teak noch die abendliche Tafel – es war die Stille. Um 6:15 Uhr, vor Padar, erloschen die Motoren der Vinca Voyages kurz vor Sonnenaufgang. Kein Rattern, keine Vibration. Nur das Klatschen kleiner Wellen am Rumpf und die Crew, die leise an Deck Flossen und Schnorchel zurechtlegte. Solches Timing entsteht nicht zufällig. Es ist das Zeichen eines Bootes, das diese Routen lange genug gefahren ist, um zu wissen, wann das Licht Komodo Island genau richtig trifft, und wann man das Wasser für sich sprechen lassen sollte.
Es gibt drei nach Themen gestaltete Kabinen – Western, Japanese und Balinese –, doch nur eine Master-Suite achtern, mit extra dicker Rumpfverkleidung. Ich übernachtete im Japanese Room, tief an Steuerbord. Shoji-artige Paravents gliederten den Raum, und das Bett lag gegenüber einem kleinen Erkerfenster, das Morgenlicht durch die Ausleger einfing. Der Balinese Room, preislich etwas günstiger, hatte dank zwei Deckbelüftungen über der Koje die bessere Luftzirkulation. Alle Kabinen teilen En-suite-Bäder mit echten Keramikfliesen und konstant heißem Wasser – eine Seltenheit bei Booten dieser Größe in Komodo.
Vom Entwurf her setzt die Vinca auf Rhythmus. Tag eins begann um 13 Uhr am Hafen von Labuan Bajo – spät genug, um Anschlussflüge zu erreichen – und glitt gegen 16:30 Uhr nach Menjerite. Die Sandbank hier ist nicht überlaufen, und die Crew hatte die Kajaks im Wasser, bevor die meisten Gäste ihren Kaffee ausgetrunken hatten. Beim Schnorcheln am Riffrand begegneten mir fünf Grüne Meeresschildkröten in zehn Minuten. Am Abend wurde das Dinner auf dem Oberdeck unter einem verblassenden indigoblauen Himmel serviert, begleitet vom Flügelschlag der Flughunde über Kelor Island. Keine Musik, keine Durchsagen – nur gegrillter Mahi-Mahi und eine Crew, die merkte, wann Sie Ihr nächstes Bier wollten. Eine Komodo Insel Tour mit echter Handschrift.
Tag zwei begann mit Padar bei Tagesanbruch. Wir ankerten auf der Nordseite und mieden die Menschenmengen, die vom Südpfad heraufkamen. Der Aufstieg dauerte 25 Minuten; die Aussicht, wie stets, lieferte. Doch hervorstach der Mittagsstopp: eine eigens gemischte Gewürzmischung im Hähnchen-Saté, die wie aus einer Hausküche in Sumba schmeckte. Nach der Drachenspur auf Komodo Island – wo die Ranger uns in engem Verband führten – folgte Pink Beach mit flachen Korallen in elektrischem Blau. Niemand schwamm zu tief, aber die Sicht hielt auch im Nachmittagslicht 12 Meter.
Am letzten Tag wachten wir nahe Taka Makassar auf. Die Sandbank war halb überflutet, doch die Crew ging trotzdem vor Anker und ließ das Beiboot für ein Bad zu Wasser. Dann Kanawa, wo Strömungen gegen Mittag hart einsetzen können. Wir kamen früh, beschnorchelten den äußeren Riffrand und sahen um 11:17 Uhr einen Mantarochen unter dem Bug gleiten – nah genug, um seine Punkte zu zählen. Zurück an Bord servierte der Kapitän Es Kelapa – gekühlte junge Kokosnuss – mit Limette, während wir auf Labuan Bajo zusteuerten. Ankunft war für 17 Uhr angesetzt, wir legten um 16:42 Uhr an. Keine Hektik, kein Gedränge. Nur wieder Stille. Tauchen Komodo und Komodo Nationalpark auf höchstem Niveau.










