About Riara
Salz lag auf meinen Lippen, als am ersten Morgen um 07:00 Uhr der Motor der Riara aufheulte und das Boot sich durch das ruhige Wasser vor dem Hauptanleger von Labuan Bajo pflügte. Ich erinnere mich, wie ich mich an der gepolsterten Sitzbank festhielt, das kalte Metall der Reling unter den Fingern spürte und die Fischerboote im Heck verschwimmen sah. Die Sonne stand noch nicht hoch, doch der Himmel hellte sich bereits von Grau zu hellem Gold, und die Silhouette von Kelor Island wurde mit jeder Minute schärfer. Wir waren nicht auf einem stillen Segelboot unterwegs – dies war ein Speedboot, gebaut für Tempo, und die Vibration unter den Füßen zeigte: Diese Tour war dafür gemacht, weite Strecken zurückzulegen.
Um 08:30 Uhr ankerten wir in einer perfekten Hufeisenbucht bei Kelor. Der Guide reichte Schnorchelausrüstung und wies auf die Stellen mit schwachem Strom nahe dem Korallenriff hin. Ich trieb über Papageifische und Clownfische, die sich durch Gehirnkorallen schlängelten. Das Wasser war so klar, dass ich jeden Sandkorn sehen konnte. Zurück an Bord wartete bereits das Frühstück – warme Bananenpfannkuchen mit Honig und starker lokaler Kaffee in Plastikbechern. Lange blieben wir nicht; die Riara war für den ganzen Tag ausgebucht, und der berühmte Grat von Padar Island wartete. Wir stiegen nicht hinauf – das braucht Stunden – doch wir umrundeten die Basis, während die Kameras klickten und die zerklüfteten Gipfel sowie den rosafarbenen Sand in der Bucht darunter festhielten.
Manta Point war die echte Überraschung. Gegen 10:45 Uhr erreichten wir die Reinigungsstation und ließen den Anker leise fallen. Die Crew deutete ins Wasser. Ich tauchte ein – und Sekunden später glitt ein Schatten unter mir hindurch, dann ein zweiter. Zwei Mantas mit riesigen Flügeln, die das Riff umkreisten. Eine drehte sich mitten in der Pirouette, ihr weißer Bauch blitzte wie ein Signal. Vorsichtig trat ich Wasser, mein Herz hämmerte, und fast zehn Minuten lang tanzten sie unter uns, völlig unbeeindruckt. Das Wasser war hier kühler, und ich erinnere mich an die Kälte auf den Schultern, den Druck der Maske im Gesicht.
Zur Mittagszeit, etwa 12:30 Uhr, wurde das Essen an Deck serviert – gegrillter Fisch mit Sambal, Gurkensalat und kalte Wassermelone – während wir Richtung Pink Beach fuhren. Der Sand leuchtet tatsächlich rosa, besonders im Mittagslicht, obwohl er größtenteils aus zermahlenem Korallenkalk und Foraminiferen besteht. Eine Stunde hatten wir dort: Schwimmen, Spazierengehen, Fotos machen. Die Crew breitete Matten unter einem mobilen Sonnensegel aus. Niemand aus unserer Gruppe wanderte ins Innere, um Komodo-Dragons zu sehen – das ist eine getrennte Trekkingtour, die wir nicht gebucht hatten – doch wir entdeckten Spuren im Sand nahe der Baumgrenze.
Kalong Island bei Sonnenuntergang war ruhiger, als ich erwartet hatte. Um 17:30 Uhr färbte sich der Himmel orange über den Mangroven, und wir beobachteten, wie die Flughunde langsam spiralförmig abhoben, vor dem Licht als Silhouetten sichtbar. Keine großen Menschenmengen, keine überfüllten Ankerplätze. Nur das Geräusch von Flügeln und Wasser. Dann ging es zurück nach Labuan Bajo, die Fahrt holpriger im Abendsee, alle schweigsam, gebräunt, satt. Pünktlich um 18:00 Uhr legte die Riara am Anleger an. Es war kein luxuriöses Boot – keine Kabinen, nur Sitzbänke und ein Segeldach – doch es brachte uns schnell überall hin, und ich hätte diese Momente mit den Mantas um nichts in der Welt eingetauscht.










