About Wailuli
Der erste Eindruck, als wir um 7:00 Uhr aus dem Hafen von Labuan Bajo hinausrasten, war die salzige Luft – der Wind wirbelte die Gischt vom Bug auf und legte sie kühl auf meine Arme, während die Sonne hinter Rinca aufstieg. Die Wailuli, ein 14,5 Meter langes Speedboot, ist kein Fahrzeug zum Faulenzen – sie ist dafür gebaut, Distanzen zu überwinden. Um 8:30 Uhr umrundeten wir bereits Komodo Island und drosselten den Motor nahe Loh Liang, wo die Ranger bereitstanden, um uns an Land zu führen. Der Weg zu den Komodo-Dragons begann im schattigen Wald, doch schon nach Minuten standen wir über der Baumgrenze, mit schweißnassen Rücken, während zwei Echsen langsam an einer Wasserstelle entlangschritten.
Nach dem Mittagessen an Deck – gegrillter Fisch, frische Papaya und Eistee – ging es weiter nach Manta Point. Der Skipper setzte uns leicht stromaufwärts des Reinigungsplatzes ab, und innerhalb von zwei Minuten glitten zwei Mantas unter mir hindurch, die Münder geöffnet, die Kiemen schlagend. Ich hatte schon Riffhaie gesehen, aber nichts, das an Größe und Anmut dieser Tiere heranreichte. Eine kam so nah, dass ich die Seepocken an ihrer Schulter erkennen konnte. Fast 40 Minuten trieben wir im Strom, schnorchelten, während das Boot langsam mit uns mitfuhr, um uns im besten Sichtbereich zu halten.
Am späten Nachmittag erreichten wir den Pink Beach. Der Sand ist tatsächlich rosa – aber nicht aus der Ferne erkennbar. Erst wenn man darauf steht und hinunterblickt, sieht man die eingeschlossenen Korallenfragmente. Wir hatten etwa 90 Minuten dort, genug Zeit, um bis zur Ankerboje hinauszuschwimmen und Papageifische beim Abknabbern des Riffs zu beobachten. Die Crew hatte Handtücher und gekühltes Wasser auf der schattigen Seite des Boots bereitgelegt. Ich erinnere mich, wie ich schneidersitz auf dem Deck saß, eine Mango schälte, die mir ein Crewmitglied gereicht hatte, und zusah, wie das Licht über den Hügeln goldfarben wurde.
Zum Sonnenuntergang blieben wir nicht. Die Wailuli drehte gegen 16:30 Uhr zurück nach Labuan Bajo, überquerte den Sund mit hoher Geschwindigkeit, während der Himmel dunkler wurde. Die Fahrt war stellenweise rau – dies ist kein Katamaran – doch der Skipper kannte die Wellenmuster und passte den Kurs an, um uns trocken zu halten. Um 18:00 Uhr waren wir wieder im Hafen, körperlich müde, die Haut salzverkrustet, aber voller Adrenalin nach einem Tag, der so viel bot. Es war kein Luxus, aber effizient, authentisch und reich an Begegnungen mit der Wildnis.










