About Barakati
Das erste Morgenlicht lag auf dem Teakholzdeck, als wir vor Kelor ankerten – kühl und golden, der Nebel wand sich noch über dem Wasser. Ich erinnere mich, wie ich süßen balinesischen Kaffee aus einer dicken Keramiktasse trank, in einen leichten Sarong gehüllt gegen die frische Morgenluft, während Geckos zwischen den polierten Holzlatten hin und her huschten. Das Boot roch nach Salz und frischem Brot aus der Kombüse, wo der Koch gerade goldbraune Bananenpfannkuchen herauszog. Diese ruhige Minute prägte die Stimmung – nicht aufdringlich, sondern tief verankert, als hätte das Schiff schon lange auf uns in diesen Gewässern gewartet.
Am späten Nachmittag zuvor waren wir in Labuan Bajo an Bord der Barakati gegangen, nach einer kurzen Sicherheitseinweisung und der Zuteilung unserer Kabine. Meine Partnerin und ich hatten die Bonelalo Room Deluxe, mittschiffs gelegen, mit fester Tür und zwei Bullaugen, die nachts offen blieben, um die Brise hereinzulassen. Die Matratze war fest, mit einem atmungsaktiven Baumwollbezug, und es gab eine echte Leselampe darüber – nicht nur einen LED-Streifen. Keine Klimaanlage, aber einen starken Deckenventilator mit leisem Summen, und mehr brauchten wir nicht.
Der zweite Tag begann mit Padar Island im Morgengrauen. Wir wanderten früh los, kurz nach 5:30 Uhr, als die Luft noch weich war und das Licht lange Schatten über den rosa Sand warf. Der Blick vom Sattel des Hügels enttäuscht nie, doch was mich überraschte, war die Stille – trotz einiger anderer Boote. Nach dem Aufstieg schnorchelten wir bei Komodo, dann fuhren wir zum Mittagessen nach Pink Beach, wo der Sand bei hochstehender Sonne tatsächlich zu leuchten beginnt. Die Crew hatte schattierte Matten und kalte Tücher an Deck bereitgelegt, und ich verbrachte den Nachmittag mit einem Buch unter einem Sonnenschirm, einen Fuß im Wasser.
Am späten Nachmittag kam der Höhepunkt: das Schweben über Manta Point. Fast 40 Minuten trieben wir dahin, die Flossen kaum über der Oberfläche, während fünf Mantas unter uns ihre Kreise zogen, einige so nah, dass ich die Muster um ihre Mäuler erkennen konnte. Der Guide blieb dicht bei uns, tippte mich an, um auf einen Putzerfisch an einem Riesenflügel hinzuweisen. Zurück an Bord warteten eine kalte Limonade und eine Dusche mit echtem Wasserdruck. Am Abend beobachteten wir, wie der Himmel hinter Kalong Island orangerot glühte, während Tausende von Flughunden aus den Mangroven aufflogen – eine wirbelnde schwarze Wolke vor dem Dämmerlicht.
Am letzten Morgen ankerten wir bei Taka Makassar, dem Sandbank, die bei Ebbe wie eine Fata Morgana aus dem Meer auftaucht. Wir wateten hinaus, lachten, als wir im weichen weißen Sand einsanken, dann schwammen wir weiter, wo das Blau in die Tiefe ging. Danach folgte Kanawa, mit Korallen nur 20 Meter vom Ufer entfernt, voller Papageifische und Clownfische. Die Rückfahrt nach Labuan Bajo verlief ruhig, der Motor ein gleichmäßiger Puls unterhalb der Speisekabine, wo die Crew eine letzte Portion frittierter Bananen und starken Kaffee servierte. Erst als das Schiff stillstand, merkte ich, wie sehr ich den Rhythmus des Bootes verinnerlicht hatte.
Die Barakati ist nicht die größte oder modernste Phinisi, aber sie wirkte ehrlich. Das Holz knarrt in der Hitze, die Segel entfalten sich nicht immer, doch die Crew kennt die Fahrwasser wie ihre eigenen Hände. Wir verpassten den Sonnenaufgang am letzten Tag, weil das Ankern länger dauerte als erwartet – doch niemand wirkte gestresst, man passte einfach den Plan an. Es erinnerte mich daran, dass dies noch wilde Küste ist, und das Boot, trotz allem Komfort, Teil dieser Wildnis bleibt.










