About Mosalaki
Das erste Licht hatte das Deck noch nicht berührt, als ich das leise Klirren der Takelage und das sanfte Summen der Maschine hörte, die uns langsam von Kalong Island wegbrachte. Es war 5:18 Uhr, und die Crew der Mosalaki war bereits im stillen Einklang unterwegs, manövrierte den 28-Meter-Phinisi durch den schmalen Kanal zwischen Rinca und Komodo – ohne ein einziges lautes Kommando. Als ich später mit einer dünnen Decke um die Schultern an Deck trat, färbte sich der Horizont in Apricot, und die Silhouette der Padar-Kämme zeichnete sich scharf gegen das Licht ab. Kein Stress, kein aufgesetzter Weckruf – nur das Boot, das seinen Rhythmus kennt, und wir, die uns ihm anpassen.
Die Mosalaki wurde nicht für Effekthascherei gebaut. Sondern für den richtigen Takt. Ihre fünf Kabinen – zwei etwas geräumiger, eine klar am Heck abgetrennt – sind in hellem Teak und matten Beschlägen gehalten. Die Lüftungsschlitze sitzen knapp über Betthöhe, sodass die Meeresbrise geräuschlos zirkuliert. Die Adonara Room, einzige Kabine mit Einzelpreis von IDR 24 Millionen, hat zwei Bullaugen auf Wasserlinie; vor Anker in Taka Makassar beobachtete ich fünf Meter unter mir Papageifische, die wie nach Plan vorbeischossen. Die Duschen an Deck leiten das Wasser schnell ab – eine kleine, aber entscheidende Details, wenn man seit Sonnenaufgang schnorchelt.
Wir folgten der üblichen 3D2N-Route, doch dank der Größe der Mosalaki konnten wir Stellen ansteuern, in denen größere Boote nicht wenden können. Während andere vor Menjerite am Hauptstrand ankerten, glitten wir leise in die nördliche Bucht – leer bis auf ein einziges Auslegerboot. Am Manta Point trafen wir pünktlich um 10:30 Uhr ein, als die Strömung wechselte und die Reinigungsstationen zum Leben erwachten. Kein anderes Boot war in Sicht. Später, als wir bei Dämmerung Kanawa anliefen, hatte jemand Hocker entlang der Steuerbordreling aufgestellt, mit gekühlten Mangostanen und einer Schale Salzwasser zum Spülen der Masken.
Die Mahlzeiten waren schlicht – gegrillter Riffbarsch mit Kurkuma, gedünsteter Jackfrucht, frischer Lontong – serviert auf Melamin-Tellern, die nicht klapperten. Was auffiel, war nicht das Essen selbst, sondern der Zeitpunkt: Jeden Morgen um 6 Uhr stand Kaffee an Deck bereit, aus einer Thermoskanne, die in einer Holzkiste nahe der Brücke warm gehalten wurde. Niemand fragte, ob man welchen möchte. Man wusste es einfach. Am letzten Morgen, als wir bei monsunhaftem Licht in Labuan Bajo einliefen, legte die erste Fähre gerade an. Wir waren eine Stunde vor dem Trubel zurück, hatten Taka Makassar um 8:45 Uhr verlassen – früh genug, um die Dieselwelle zu meiden, spät genug, um ein letztes Mal im glatten Wasser zu schwimmen.










