About Maheswari
Der erste Abend sagte mir alles. Als wir kurz vor 18:00 Uhr in die halbmondförmige Bucht von Kelor glitten, leuchtete der Himmel orangerot hinter dem Rückgrat der Insel. Ich stand barfuß auf dem Lounge-Deck auf dem Dach der Maheswari, eine kalte Bintang in der Hand, und beobachtete, wie die Crew lautlos den Anker fallen ließ – kein Wort, kein Lärm, nur Timing. Das Boot lag ruhig, 30 Meter Teak und Eisenholz, lang genug, um Substanz zu vermitteln, doch wendig genug, um wie ein lokales Kora-Kora zwischen Inseln zu gleiten.
Die Maheswari bietet Platz für bis zu 20 Personen auf 8 Kabinen, doch auf unserer 3-tägigen, offenen Gruppenreise waren wir zu 14. Meine Kabine, eine von zwei Doppelkabinen auf dem Unterdeck, hatte solide Teakverarbeitung, eine echte Leselampe an der Wand und ein Lüftungsgitter, das tatsächlich Luft bewegte – der Ventilator über dem Bett war nur bei Mittagshitze nötig. Das eigene Bad war kompakt, aber trocken, mit salzresistenten Fliesen und einer Dusche mit richtigem Druck, eine Seltenheit auf Booten dieser Größe. Mir fiel auf, dass die Handtücher aus Baumwolle waren, nicht aus Frottee, und blieben die ganze Reise über trocken.
Um 05:30 Uhr am zweiten Tag fuhren wir im Dunkeln Richtung Padar, die Motoren liefen leise. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt war von Stirnlampen erhellt – und dann plötzlich von einem lachsrosa Sonnenaufgang, der über die zerklüfteten Buchten strömte. Nach dem Frühstück an Bord – Bananenpfannkuchen, starker Kaffee, frische Papaya – dampften wir zur Insel Komodo. Der Ranger führte unsere Gruppe durch die Savanne, die Augen stets auf der Suche nach Drachen. Wir sahen drei, einen davon dösend an einer Wasserstelle, die Zunge zuckte durch die Luft. Die Hitze um 10:00 Uhr war schwer, doch als wir Pink Beach erreichten, frischte der Wind auf, und der Sand leuchtete unter den Füßen korallenfarben.
Das Mittagessen wurde im Freien auf dem Oberdeck serviert: gegrillter Fisch mit Sambal Matah, Gurkensalat und junges Kokoswasser, direkt aus der Schale getrunken. Gegen 14:00 Uhr schnorchelten wir am Manta Point, und innerhalb von Minuten glitt ein junger Manta unter mir hindurch, die Flügel wellten sich wie Seide. Die Crew hatte den Zeitpunkt perfekt gewählt – schwacher Strom, klare Sicht. Am Abend ankerten wir bei Kalong, einer kleinen Insel, dicht bewachsen mit Fruchtfledermäusen. Als die Sonne unterging, strömten Tausende aus den Mangroven in spiralförmigen Wellen nach Westen, um zu fressen. Kein Kommentar, keine Musik – nur die Natur im Rampenlicht.
Am letzten Tag machten wir Halt am Taka Makassar, einem Sandriff, das bei Ebbe auftaucht. Wir wateten lachend hinaus, machten Fotos im knietiefen Wasser. Dann Kanawa, wo das Riff sanft abfällt. Ich schwebte über Clownfische in Anemonen, eine Schwimmflügelschildkröte glitt vorbei wie ein Uhrwerk. Um 13:00 Uhr waren wir wieder an Bord, die Koffer gepackt. Die Rückfahrt nach Labuan Bajo dauerte zwei Stunden – Zeit genug, sich abzuduschen, einen letzten Kaffee zu trinken und zuzusehen, wie Komodo im Dunst verschwand.










