About Manta Mae
Das Erste, was mir auffiel, war nicht das polierte Teakholz oder der leise Generator – es war die Art, wie die Crew sich bewegte. Um 5:45 Uhr morgens kein Gespräch, nur Schritte entlang des Steuerborddecks, während sie gekühlte Handtücher und Thermoskannen mit Kaffee bereitstellten. Padar Island ragte im Dämmerlicht auf, ihre gestreiften Hänge noch im Schatten, und der Skipper hatte die Manta Mae bereits in einer natürlichen Bucht vor Karatang Beach positioniert, wo die Strömung klar läuft und die Schnorchler mühelos schweben. Das war kein inszeniertes Theater. Es war Rhythmus.
Am Vormittag hatten wir bereits Komodo-Warane auf Rinca beobachtet, nicht auf der überlaufenen Komodo Island. Ein junges Tier glitt nur wenige Meter vom Holzstab unseres Guides entfernt über den Pfad, die Zunge flackernd. Zurück an Bord servierte die Kombüse gekühlte Papaya mit Limette und Ingwersirup – einfach, scharf, ohne Garnitur. Zum Mittag gab es gebratenen Bonito mit Sambal Matah auf dem schattigen Oberdeck, während wir in der Nähe von Pink Beach trieben. Der Sand ist nicht durchgängig rosa – eigentlich sind es Korallenfragmente, die sich in Driftlinien sammeln, am intensivsten bei Ebbe am westlichen Ende. Das Boot ankerte so weit draußen, dass die Bugwelle niemals das Ufer erreichte.
Manta Point am späten Vormittag des zweiten Tages. Der Tauchguide rief nicht. Er zeigte nur. Zwei Mantas umkreisten die Reinigungsstation bei Batu Bolong, glitten unter den Felsnadeln entlang, wo die Strömung wirbelt. Ich blieb 38 Minuten im Wasser, bis meine Finger schrumpelig wurden und das Oberflächenteam zweimal gegen den Schiffsrumpf klopfte – Zeit zum Wechseln. Manta Mae nutzt eine schwimmende Leine mit nummerierten Markierungen, damit die Gäste nicht abtreiben. Keiner ging verloren. Auf Deck erwartete mich eine Frischwasserdusche, erwärmt von Solarkollektoren, nicht von Gas.
Die Nacht verbrachten wir bei Kalong Island. Der Himmel wurde indigoblau, als die Flughunde kamen – erst vereinzelt, dann eine wirbelnde Säule, die aus den Mangroven aufstieg. Das Abendessen wurde auf dem Hauptdeck serviert, ohne Tischdecke, bei gedämpftem Licht: gegrillter Mahi-Mahi mit Tamarinden-Glasur. Das Schiff hatte sich bereits bewegt, während wir schnorchelten, und war stumm bis Taka Makassar weitergefahren. In diesem Gewässer, am Morgen glatt wie Glas, sah ich meinen ersten Dugong – eine dunkle Gestalt, die Seegras abweidete, vielleicht zehn Meter vom Schiffsrumpf entfernt.
Kanawa rundete die Reise ab. Nicht wegen des Korallenriffs – lückenhaft, erholt sich von der Bleiche – sondern wegen des Abhangs am Nordende, wo sich blaugefleckte Stachelrochen unter Vorsprüngen verbergen. Die Crew hatte ein letztes Buffet vorbereitet: Kokos-Pfannkuchen, starker Kaffee und wieder kalte Tücher. Wir legten um 14:30 Uhr in Labuan Bajo an, zeitlich so gelegt, dass wir den Hafenrummel vermieden. Niemand bat um Trinkgeld. Ein Steward reichte mir eine getrocknete Muschel von Kelor – kein Logo, nur eine glatte Turmenschnecke, weiß gebleicht. Die blieb mir im Gedächtnis.










