About La Nissa
Während der Schildkrötenzeit in Sebayur lassen wir das Buglicht nach Mitternacht an, aber nur so lange, dass die frisch geschlüpften Kleinen ungefährdet vom Nest ins Meer kriechen können, ohne sich zu orientieren. Solche kleinen Disziplinen lernt man erst nach Jahren im Komodo-Nationalpark – die Strömungen, die Gezeiten, die Rhythmen der Tiere. Die La Nissa, 26 Meter lang, zieht gut durch die Straße zwischen Rinca und Padar, wo das Wasser um 08:00 Uhr glatt wie Glas liegen kann, wenn man den Zeitpunkt richtig trifft. Sie wurde 2017 in Sulawesi gebaut, mit traditioneller Handwerkskunst, aber mit modernen Bilgenverstärkungen, auf die wir bestanden haben, nachdem wir zu viele Rümpfe unter Dampier-Strapazen gesehen hatten. Deshalb läuft sie sauber durch die Strudelzonen nahe Batu Bolong.
Unsere acht Mann starke Crew kennt ihre Eigenheiten: die leichte Schlagseite nach Backbord, wenn die Frischwassertanks unter der Hälfte liegen, wie der Gaskocher in der Kombüse bei Dünung vor Kanawa reagiert. Wir fahren sie mit 8 Knoten durch die Kanäle – schnell genug, um Strecke zu machen, langsam genug, um die Kabinenluft kühl zu halten, ohne die Klimaanlagen zu überlasten. Die beiden Hauptbereiche für Gäste – eine überdachte Lounge mit Teakliegen, dazu ein offenes Sonnendeck vorne – sind dort platziert, wo die Bewegung am geringsten spürbar ist. Gäste, die am zweiten Tag zur Pink Beach wollen, ruhen sich meist dort in der Vormittagszeit aus und wachen auf, just als wir in flachem Wasser ankern, wo das Korallenlicht den Sand rosa färbt.
Die Route ist aus gutem Grund festgelegt: Am ersten Tag verlassen wir Labuan Bajo um 13:00 Uhr, um Kelor bis 16:30 Uhr zu erreichen. Das gibt genug Zeit für eine 45-minütige Wanderung bis zum Grat und danach eine ruhige Schnorcheltour am Riff vor Sonnenuntergang. Tag zwei beginnt mit Padar bei Sonnenaufgang – wir liegen um 05:45 Uhr fest, damit die Gäste wandern können, solange die Insel noch kühl ist. Später am Vormittag fahren wir zur Komodo-Insel, um pünktlich um 10:00 Uhr die Ranger-geführte Tour zu den Komodo-Dragons in Loh Liang zu machen, fernab der Hitze des Festlandes. Nach dem Mittagessen geht es zur Pink Beach, wo die Strömung bis 15:00 Uhr ruhig bleibt. Dann weiter nach Manta Point um 16:00 Uhr, wo wir bis zum Sonnenuntergang mit den aktiven Reinigungsstationen schnorcheln.
Tag drei startet auf dem Taka Makassar – einem Sandbank, die bei Ebbe auftaucht und sich perfekt für Frühstücksfotos eignet. Wir sind dort ab 07:30 Uhr im Wasser, wechseln um 10:00 Uhr nach Kanawa, um die Korallenwand am nördlichen Abhang zu erkunden. Die Crew bereitet das Mittagessen früh zu, weil wir das Ziel Labuan Bajo bis 15:00 Uhr erreichen wollen – mit Puffer für Abendflüge. Wir fahren nie nach 16:00 Uhr ein – zu viele Beinahe-Unfälle gab es schon bei späten Tankläufen und dem Anlegen bei schwindendem Licht.
Die La Nissa bietet Platz für 17 Personen in sechs Kabinen, doch wir betreiben sie als Zwei-Kabinen-Boot für Privatcharter. Die Master-Suite liegt achtern mit direktem Zugang zum Deck; die zweite Zweibett-Kabine ist vorne, vom Motorenlärm abgeschirmt. Beide haben Öffnungs-Peitschenluken und individuelle Klimaregelung. Die Badezimmer sind zwischen den Kabinen geteilt, nicht ensuite – wir haben Luftzirkulation und Raum vor privaten Sanitäranlagen priorisiert. Der überdachte Speisesalon ist von 07:00 bis 21:00 Uhr klimatisiert, doch der eigentliche Rückzugsort nach den Tauchgängen ist das schattierte Achterdeck, wo die Liegestühle zum Wasser zeigen und die Crew nach jedem Tauchgang Kaffeekanne nachfüllt.










