About Prana by Atzaro
Wir halten den Bug gegen die Strömung vor dem Dampier Strait, während das erste Licht die Kalktürme streift. Mit 55 Metern ist die Prana by Atzaro nicht das größte Schiff hier, doch ihr Tiefgang und die Stabilisatoren erlauben es uns, ruhig zu liegen, während die Gäste ins Wasser gleiten – bereits lebendig von Wobbegong-Haien und blau ringeligen Kraken. Ich navigiere diese Kanäle seit 18 Saisons, und dieses Schiff reagiert am Steuer wie ein Hochseefischer – präzise, ohne Verzögerung, selbst wenn wir für einen Drift-Tauchgang am Cape Kri drehen. Ihre Größe bedeutet, dass wir die Tauchplätze nicht überfüllen. Eines Abends ankern wir vor Mioskon, nur drei andere Boote in Sicht, und das Wasser bleibt uns allein.
Sie folgt einem 3D2N-Rhythmus durch das Herz von Raja Ampat – im Süden Misool, manchmal Wayag, falls das Wetter mitspielt. Doch meist arbeiten wir die engen Kanäle zwischen Gam und Batanta an, wo der Nährstoffschub fast täglich Mantas anzieht. Am ersten Tag steigen wir in Sorong zu, verstauen die Ausrüstung auf dem hinteren Tauchdeck, und um 14:00 schweben wir bereits über den Korallenfluren des Arborek Jetty. Der Guide klopft an seinen Tank, zeigt – ein Paar Zwergseepferdchen, eingerollt im Gorgonienbusch. Kein Stress. Wir tauchen auf, trocknen uns auf dem oberen Sonnendeck ab, reichen Papaya und Limettensaft herum. Der Koch stammt aus Manado. Er weiß, wie man Chili mit Kokos verbindet, sodass es nach sechs Tauchgängen pro Tag noch sättigt.
Jede der neun Kabinen umschließt einen zentralen Gang, alle mit eigenem Bad, Regendusche und individuell regulierter Klimaanlage – wichtig, wenn die Luftfeuchtigkeit über 85 % klettert und man den ganzen Morgen Zylinder geschleppt hat. Auf dem Tauchdeck halten wir 12-Liter-Aluminiumflaschen, Niederdruck-Anblasventile und Spülbecken mit fließendem Wasser bereit. Zwei Kompressoren laufen parallel, sodass niemand warten muss. Die Prana by Atzaro führt zwei Beiboote mit – nicht nur für Landungen, sondern auch für nächtliche Mangrovenfahrten, bei denen Gäste fliegende Fische über dem biolumineszierenden Wasser beobachten. Am zweiten Tag wecken wir um 05:30 für einen strömungsgetragenen Drift durch Yiliet, bevor wir den Nachmittag am Sagof-Pass verbringen, wo die Hartkorallen wie Buntglas die Wand hinaufklettern.
Am dritten Morgen schlängeln wir uns durch die Kalkfinger nahe des berühmten Aussichtspunkts von Wayag. Wir landen nur, wenn die Gäste darauf bestehen – der Aufstieg ist steil, und die eigentliche Show spielt sich unter Wasser ab. Stattdessen ankern wir nahe einer Sandbank, bringen die Kajaks aus, und lassen die Gäste paddeln, während die Crew den Grill anheizt. Die Spa-Kabine bleibt bis 18:00 geöffnet – 90-minütige Massagen mit Frangipani-Öl, die man beim Frühstück buchen kann. Niemand hetzt. Wir planen die Rückkehr nach Sorong auf den frühen Nachmittag, je nach Tide, sodass die Gäste entspannt ihren Abflug schaffen.
Wir fahren keine Touren nach Komodo. Dieses Schiff ist für das Labyrinth von Raja Ampat gebaut – enge Kurven, plötzliche See, Ankerplätze, die lokales Wissen erfordern. Unsere Crew kennt jeden Sandriff von Mioskon bis Kri. Sie stellen den Landesteg so ein, dass niemand nach einer Welle stolpert. Wir führen EPIRBs, Satellitentelefone und komplette Sauerstoff-Sets mit – Standard hier, doch wir prüfen sie täglich. Wenn der Monsun näher rückt, ändern wir die Route. Letzten November tauschten wir eine Misool-Etappe gegen eine geschützte Runde um Arborek und Wayil, und die Korallenbedeckung war dichter als je zuvor in fünf Jahren.










