About Malaillo
Der erste Eindruck war der Geruch von Teakholz und Salz, als ich bei Tagesanbruch an Bord trat. Die Sonne war noch nicht über Padar aufgegangen, doch der Himmel war bereits von korallenroten Streifen durchzogen. Die Crew reichte heißen Ingwertee in Keramiktassen. Wir befanden uns auf der Malaillo, einer 45 Meter langen phinisi mit lediglich zwei Kabinen – und fühlten uns bereits wie die einzigen Gäste in ganz Komodo. Im Gegensatz zu größeren Booten, voll mit Schnorchlern, hatte unsere kleine Gruppe aus sechs Personen genügend Platz: auf dem Sonnendeck, im Innenbereich mit polierten Holztischen oder im schattigen Heck, wo die Küchencrew bereits frische Papaya und Bananen für das Frühstück vorbereitete.
Am ersten Morgen wanderten wir bei Sonnenaufgang auf Padar. Von der Kuppe aus waren die rosa-, weiß- und schwarzen Sandstrände deutlich zu erkennen. Gegen Mittag ankerten wir vor Komodo Island, wo Ranger uns durch die trockene Savanne führten. Zehn Meter vor uns schlängelte sich ein junger Komodo-Dragon über den Pfad, seine gespaltene Zunge tastete die Luft ab. Nach dem Mittagessen an Bord – gegrillter Mahi-Mahi mit Sambal und gedämpftem Reis – schnorchelten wir am Pink Beach, wo das korallegefärbte Sand in der Nachmittagssonne rosafarben schimmerte. Das Wasser war ruhig, und ich blieb fast eine Stunde drin, beobachtete Papageifische beim Grasen und Clownfische, die zwischen Anemonen hin und her schossen.
Der zweite Tag begann am Manta Point. Ich hatte schon oft Mantas gesehen, aber nie so – drei Tiere, jedes mindestens vier Meter breit, umkreisten die Reinigungsstation direkt unter der Oberfläche. Ich hing regungslos im Strom, das Herz klopfte, als eines der Tiere auf Armlänge vorbeiglitt, die Kiemenlappen pulsierend. Später, als wir Kalong Island ansteuerten, verdunkelte sich der Himmel mit Tausenden von Flughunden, die aus den Mangroven aufflogen. Wir beobachteten das Schauspiel vom Bug aus mit kalten Bintangs in der Hand, das Flügelsurren ein leises Dröhnen über dem Wasser. In der Nacht richtete die Crew Lautsprecher auf dem Sonnendeck ein. Wir sangen schreckliche Versionen von 90er-Pop im Karaoke-Raum, dann zogen wir nach draußen, um die Sterne zu betrachten. Keine Lichtverschmutzung, nur die Milchstraße, die sich über die Takelage spannte.
Am letzten Morgen ankerten wir am Taka Makassar, einem Sandriff, das bei Ebbe wie eine Fata Morgana mitten im Nichts auftaucht. Wir wateten hinaus und trieben auf dem Rücken, lachten, als die Strömung uns sanft im Kreis zog. Von dort segelten wir nach Kanawa, wo das Riff steil abfällt und das Wasser von Türkis in tiefes Blau wechselt. Ich sah eine Schildkröte, die knapp außerhalb der Ankerleine auftauchte. Zurück an Bord servierte der Kapitän hausgemachten Kokoskuchen mit Kaffee. Um 15 Uhr legten wir in Labuan Bajo an, lange bevor die Abendfähren eintrafen. Die Malaillo fühlte sich nicht wie eine Kreuzfahrt an – eher wie das Ausleihen des perfekt ausgestatteten Bootes eines Freundes für eine private Inselhopping-Tour.










