About North Blue
Wenn der Wind vor Sebayur auffrischt, halten wir die Segel der North Blue straff gerefft – nur zwischen 14 und 16 Uhr lässt sich hier sauber ankern und das Licht über dem westlichen Grat einfangen. Bei 20 Metern Länge ist sie kompakt genug, um in Buchten zu liegen, die größeren Phinisis verschlossen bleiben, doch ohne Stabilitätseinbußen. Wir haben dieses Schiff durch Monsunböen und plötzliche Windstöße im Sape Strait gesteuert – ihre Doppelmasten halten stand. Unsere vierköpfige Crew kennt jeden Gezeitenstrom zwischen Komodo und Rinca und plant jeden Halt nach Strömungswechseln, nicht nur nach Aussicht.
Die beiden Kabinen sind für Gäste konzipiert, die Privatsphäre schätzen, aber auf Überfluss verzichten. Sie liegen mittschiffs, wo die Schiffsneigung minimal ist, und verfügen jeweils über massive Teakholztüren mit Verriegelung. Die Lüftungsgitter sind so positioniert, dass sie auch bei Heckanbindung in einer Bucht die Brise einfangen. Wir setzen nicht auf Klimaanlage – die ist hier draußen unzuverlässig – doch das Belüftungskonzept wirkt besser, als die meisten erwarten. Eine Kabine hat ein feststehendes Doppelbett, die andere lässt sich von zwei Einzelbetten umbauen. Beide bieten Leselampen, Stauraum unter der Koje und Frischwasserwaschbecken, die nicht mit Salz verstopfen.
Bei einer typischen 3-Tage-Tour holen wir Gäste mittags in Labuan Bajo ab. Nach der Sicherheitseinweisung segeln wir am späten Nachmittag nach Kelor Island. Die Ankerstelle ist flach, also nutzen wir das Beiboot, um kurz vor Sonnenuntergang am Nordstrand zu landen. Der zweite Tag beginnt früh – um 5:30 Uhr sind wir unterwegs, um das erste Licht auf der Nordflanke von Padar zu erleben. Die Wanderung startet um 6:15 Uhr, geführt von Parkrängern, die wir persönlich kennen. Gegen 9:30 Uhr wechseln wir nach Komodo Island, um die Drachenwanderung durch die Savanne zu unternehmen. Mittagessen wird an Deck serviert, während wir zur Pink Beach umpositionieren, wo der Sand bei Tageslicht tatsächlich leuchtet.
Am Nachmittag treiben wir mit der Strömung über Manta Point. Schnorchler steigen vom Heck-Boarding-Plattform ab, und ein Ausguck am Bug verfolgt die Reinigungsstationen. Die North Blue bleibt stationär, aber wachsam – eine Hand am Gashebel, immer. Bei Dämmerung dampfen wir nach Kalong Island, um zu beobachten, wie die Flughunde aus den Mangroven aufsteigen. Das Geräusch Tausender Flügel in der Abenddämmerung spürt man mehr, als dass man es hört. Am dritten Tag ankern wir um 7:30 Uhr bei Taka Makassar. Es ist eine Sandbank, die bei Ebbe auftaucht, von Riff umgeben. Die Gäste schwimmen zur Mitte hinaus, danach geht es nach Kanawa zum letzten Schnorchelgang entlang der vulkanischen Flanke. Gegen 15 Uhr kehren wir nach Labuan Bajo zurück.
Dies ist kein schwimmendes Hotel, sondern ein arbeitender Phinisi mit Auftrag. Die Kombüse serviert dreimal täglich warme Mahlzeiten: Nasi Goreng mit lokalem Fisch, tropische Früchte, starker Kaffee. Unser Koch nutzt Propangas, kein unzuverlässiges Stromsystem, und wir führen Ersatz-LPG-Flaschen unter Deck. Frischwasser dient zum Ausspülen nach dem Schnorcheln, nicht für lange Duschen. Wir sparen, wo es geht – Nachschub braucht Zeit. Doch kein Gast war je hungrig oder wurde ungeschützt vom Regen überrascht. Auf der Flybridge gibt es Schatten, auf dem Hauptdeck rutschfeste Handläufe, und die Crew hält eine gut bestückte Bordapotheke mit Seekrankheitspflastern und korallenfreundlichem Desinfektionsmittel bereit.










